Peter Maffay

X



Enhanced CD Longplay


Artikelnummer: 74321737382
Sony Music
Erscheinungstermin: 27.03.2000
Kategorien: Musik / Deutsch Rock
Was entsteht, wenn eine entspannte Probensituation auf Mallorca und der lebendige Charme eines Dubliner Hinterhofstudios aufeinander treffen? PETER MAFFAYs Album "X". Die mediterrane Gelassenheit des Städtchens Pollenca im Nordosten Mallorcas inspi-rier-te MAFFAY und seine Band spontan zu kraftvollen und intensiven Kompositionen mit Gänsehautfeeling, die später in Dublin direkt und schlank eingespielt wurden. So wurden Balladen, schnelle Rocksongs und Liebeslieder geboren, alle ungeschminkt und doch voller Leidenschaft und so transparent arrangiert, dass immer auch Platz für die Seele des Zuhörers zum Mitfliegen bleibt. "X" produzierte MAFFAY mit seinem bewähr-ten Team Carl Carlton und Bertram Engel. An den Reglern in Dublin und später bei der Mischung im Woodhouse Studio in Hagen sass der vielfache Awardgewinner und Toningenieur Siggi Bemm, der sich durch zahl-rei---che Ar--beiten im Heavy Rock-Bereich wie etwa mit Kreator oder Grip Inc. profiliert hat. Auch sein Einsatz bei "X" zahlte sich aus. Seinem Innovationspotential ist es mit zu ver-dan-ken, dass sowohl die schnellen Rocknummern als auch die eingängigen, melo-di-schen Songs auf dem Album druckvoll und kontrast-reich klingen. Siggi Bemm ging sogar so weit, in "Freier Fall" MAFFAYs Stimme zu verfremden. Ein Novum. Die Vorbereitungen zu "X" begannen schon im Herbst vergangenen Jahres, als MAFFAY und seine Musiker ihre Musikin-strumente packten, auf seiner mallorquinischen Finca ein leerstehendes, keineswegs renoviertes Zimmer besetzten und kurzerhand zum Studio umfunktionierten. Ein altes Sofa, ein Sessel, ein Tisch wurden irgendwo besorgt, die Instrumente aufgebaut und los ging's. Die unverputzten Wände, der nackte Boden - nichts konnte ihre Spielfreude einschränken. Die Fenster zum Patio standen weit offen. Es wurde gejammed, komponiert, wieder zu-sammen gespielt, probeweise aufge-nom-men usw. "Wie Anfang der 70er Jahre, als wir in irgendeinem Probenraum unsere Stücke haben entstehen lassen" erinnert sich Maf-fay an die sechs Wochen, in denen ausschliesslich Musik den Tagesrhythmus bestimm-te. "Es ging darum, eine hohe spiele-rische Dichte zu erzeugen", fährt MAFFAY fort, "und dafür sind wir wie eine Fussball-mann--schaft ins Trainingscamp gegangen." In die-sem Umfeld entstanden die Komposi-tio-nen zu "X": Entspannt und phanta-sievoll, mal energetisch, mal zärtlich und verliebt, mal melancholisch. Dabei ergaben auch ganz neue Konstellationen. Jedes Bandmitglied hatte als Kom-po-nist oder Texter seinen Anteil am Entstehen von "X". So lieferte Ken Taylor, als Sohn jamaikanischer Eltern in London aufgewachsen und seit vielen Jahren Bassist bei PE-TER MAFFAY, sein Debüt als Maffay-Songwriter:Der Song heisst auch promt "Bis ans Ende der Welt". Der Text dazu stammt von Daniel Huss. Huss, einem 24jähriger Sin-ger/ Songwriter aus Hamburg, der von Carl Carl-ton entdeckt und gefördert wird, bereitet ge-ra-de sein Album-Debut vor. MAFFAY und Huss hatten sich noch nie gesehen, aber als Carlton den Text mitbrachte, reagierte MAFFAY sofort: "Er war klasse, also haben wir ihn gerne genom-men." Lukas Hilpert, eigentlich Frontmann bei Roh, auf Mallorca aber sozusagen im Aussendienst tätig, dichtete dort schon die ersten Verse: "Philosophiere über das Leben, den Buddhismus, die Lie-be und über die Angst - so schreibt man Texte für's PETER MAFFAY Album." Mit fertigen Songs und ersten Texten im Gepäck hiess dann Ende November die näch-ste Station Dublin. Im 4. Bezirk gelangt man in der Barrow Road gegenüber vom gro-ssen Gasometer durch ein schwarzes Eisentor auf einen Hinterhof, und weiter über eine Eisentreppe in den riesigen Komplex der Factory Studios. Hier, auf den unzählbaren labyrinthartigen Gängen, geben sich die Grossen der Dubliner Szene wie Bono oder Bo-wie die Türklinken in die Hand. Dutzende jun-ger, hübscher Ballett-Elevinnen benutzen die haushohen Aufnahme-räume auch schon mal zum Üben. "Alles war ein biss-chen benützt, ein wenig gebraucht, aber hatte eben auch seine eigene kleine Ge-schich-te, was in einem gelack-ten Studio nicht der Fall ist", beschreibt MAFFAY seine Eindrücke. "Hier gibt es einfach eine interessante Atmosphäre und es klingt toll." Die irische Metropole, aufgrund ihrer Lebensart oh-nehin ein Magnet für Musiker und Kulturschaffende, hinterliess auch bei MAFFAY und seinen Musikern bleibende Ein-drücke: "Dublin ist eine schöne, lebendige Stadt. Im Win---ter kann es etwas kalt sein, so dass man gerne in einen Pub geht, um sich zu wär-men. Und so ist, denke ich, auch un-ser Album geworden: schnörkellos, direkt aber eben auch sensibel und lebendig. Es ist kontrastreich, fast schwarz/weiss. Einfühlsame Balladen halten sich mit Uptempo-Num-mern die Waage." Während im Studio Song für Song eingespielt wird, feilen "Rohling" Lukas und Key-boar-der Pascal Kravetz im "Butlers Townhouse" um die Ecke bis in den frühen Morgen auf ihren Zimmern an den Texten. Nach und nach entstehen die Lyrics zu Balladen wie "Das habe ich nicht gewollt", "Sternenmeer" oder "Deine Chance". Andere Texte, wie den zur MAFFAY-Komposition "Rette mich" schrieb er im Alleingang und sang ihn mit MAFFAY im Duett. Das einzige übrigens auf dem Album. Vier Jahre nach seinem letzten Studio-Album "MAFFAY ´96" legt PETER MAFFAY mit "X" ein Album vor, dessen Klangbild klar geprägt ist von Einflüssen aus der briti-schen Musikszene und gleichzeitig den Künstler so vielseitig und experimentell zeigt wie noch nie.
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